Landesgruppe Hessen    
   
  Besuch der OPEL Restaurierungswerkstatt
  in Rüsselsheim am 3.5.05
   
 
 

In der ehemaligen Eisenbahn Verladehalle ist die Werkstatt für die OPEL Oldtimer eingerichtet. Allein in der uns zugänglichen Hallen waren ca. 80 Fahrzeuge dichtgedrängt aufgestellt. Wie Herr Zettel erläuterte sind weitere Fahrzeuge im Keller und in höheren Stockwerken abgestellt. Aus Sicherheitsgründen ist aber leider nur für kleiner Gruppen ein Besichtigung möglich. Wir hatten auch so mehr als genug zu sehen.

Die alten Backsteinindustrie Hallen mit den klassischen Eisenrahmenfenstern wirkt mit den abgestellte Fahrzeugen irgendwie stimmig. Auf der einen Seite die Fahrzeuge, auf der anderen Werkbänke, Hebebühnen, Eisenspinde, Werkzeuge, ein Konstruktionstisch auf welchen gerade ein Seitenfenster eines Fahrzeuges rekonstruiert wird, eine mit Eis bis auf das blanke Bleche gestrahlte Rohkarosserie welche hier Ihrer Wiederbelebung entgegensieht. Sieben Mitarbeiter kümmern sich hier ständig um alle Fahrzeuge. Ein Arbeitsplatz wie wir, die dem Oldtimer Hobby verschriebenen, uns nur wünschen würden. Kein Zweifel in dieser Halle wird Handwerkliches Können gepaart mit viel Liebe zum Detail gepflegt.

Herr Zettel (2. v.r.) stellt den interessiert lauschenden ASC Mitglieder erschöpfend Rede und Antwort

Von langer Hand vorbereit und mit Spannung von der Landesgruppe erwartet wurde der Besuch der OPEL Restaurierungswerkstatt in Rüsselsheim. Entsprechend groß der Zuspruch der SB und Gäste welche sich am Haupteingang des „Opel Life“ Gebäudes versammelten. Geladen hatte der Leiter der OPEL -Restaurierungswerkstatt und Herrscher über mehr als 280 OPEL Oldtimer, Herr Zettel.

Im Foyer von „OPEL Life“ fand die herzliche Begrüßung statt. Bereits hier konnten verschiedenste Exponate aus dem OPEL Oldtimerfundus bewundert werden. Die Palette reichte hier vom fahrunfähigen, nie gesehenen, Design Studienmodellen, über neuere Modelle der Marke OPEL, Oldtimer (so wie wir ASCler sie lieben) der verschiedenen Altersklassen und selbstverständlich ein OPEL Patent-Motorwagen System LUTZMANN. Highlight natürlich die OPEL RAK Fahrzeuge bzw. das Flugzeug welche als historisch getreue Repliken zu bewundern waren. Selbst Fahrzeuge der Marke Saab waren in einem gesonderten Raum vertreten. Alle Fahrzeuge präsentierten sich in den Lichtdurchfluteten Hallen in einem makellosen, ja fast Klinischen reinen, Zustand. Man wollte noch etwas verweilen und schauen, doch es wurde zur Eile gedrängt. Wenn wir gewusst hätten welcher „Schatz“ uns eigentlich noch erwartete hätte wir dem Drängen sicher etwas schneller nachgegeben.

Per Bustransfer wurden wir direkt in das Werksgelände zur Restaurierungswerkstatt befördert.

Fachmann SB J.Schramm begutachtet die mit Eis gestrahlte Karosserie

Neben den Vollrestaurierung werden hier ständig Fahrzeuge für den Einsatz bei diversen Rallyes und Ausfahrten vorbeireitet. Mittendrinnen steht beispielsweise der bereits für die „Deutschland 2000km - 2005“ fertig vorbereitete und beschriftete rote Kapitän. Weiter hinten in einer Ecke ein teilzerlegtes London-Brighton Auto welches zum nächsten Termin Einsatzbereit sein muss.

In einer anderen Ecke sind neuere Rallye- und Rennboliden abgestellt. Aufkleber zeugen von gnadenlosen Einsätzen und großen Namen welche auf diesen Fahrzeugen Ihr Erfolge errungen hatten: Safari Rallye 1983 Ari Vatanen/Terry Harrymann oder direkt daneben der Ascona 400 Weltmeisterschaftswagen 1982 von Walter Röhrl, um nur einige zu nennen. Welch ein Gegensatz zu den Boliden oder besser Monstern, der frühen OPEL Renngeschichte am anderen Ende der Halle. Mitten zwischen Oldtimern welche früher das Straßenbild bestimmten, der Einsitzige Diesel Rekordwagen welcher 2 Welt- und insgesamt 18 Internationale Rekorde errungen hatte.

Einblick in einen heute nicht mehr populäre Sportart vermittelt eine Riemengetriebene Stehermaschine, nebst den dazugehörigen Fahrrad aus der an der Wand aufgehängten Fahrradsammlung. Selbstein so „Automobilstisches“ Randgebiet wie Seifenkisten wird hier gepflegt. Etliche Renner in den traditionellen OPEL Farben warten auf Ihren nächsten „rasenden“ Einsatz.

Dabei immer wieder von hohem Interesse die zahllosen Hintergrundinformationen welche Herr Zettel uns über die Fahrzeuge zwanglos im herumschlendern vermittelte. Nach seinem „Lieblingsauto“ befragt, deutet er spontan auf einen schwarzen, reparaturbedürftigen, staubigen OPEL 1,2Liter von 1935. Dieses Auto befindet sich in den unrestaurierten Zustand wie es 1995 aus einer Scheune Mitten in München geholt wurde. Das besondere an diesem Wagen sind die Geschichten seines Autolebens. Alles, einfach alles ist in dicken Ordner abgeheftet und vom Besitzer dokumentiert. Jede Tankrechnung, jeder Reparatur, jeder Liter Öl, alles ist heute noch vorhanden. Selbst Ausfahrten wurden vermerkt, einschließlich der regelmäßig am 6. Januar stattgefundenen Fahrt auf das Land und der kirchlichen Segnung des Autos. 1935 wurde dieser Wagen genau hier in der Eisenbahn Verladehalle nach München verfrachtet, verblieb bis 1995 im Familienbesitz und steht seitdem wieder am Ort seiner Auslieferung. Gefragt ob dieser Wagen jemals restauriert werden würden antwortet Herr Zettel spontan mit“...niemals, der bleibt wie er ist“.

SB Frank Schädlich