| Von langer Hand
vorbereit und mit Spannung von der Landesgruppe erwartet wurde
der Besuch der OPEL Restaurierungswerkstatt in Rüsselsheim.
Entsprechend groß der Zuspruch der SB und Gäste welche sich
am Haupteingang des „Opel Life“ Gebäudes versammelten.
Geladen hatte der Leiter der OPEL -Restaurierungswerkstatt und
Herrscher über mehr als 280 OPEL Oldtimer, Herr Zettel.
Im Foyer von „OPEL Life“ fand die
herzliche Begrüßung statt. Bereits hier konnten
verschiedenste Exponate aus dem OPEL Oldtimerfundus bewundert
werden. Die Palette reichte hier vom fahrunfähigen, nie
gesehenen, Design Studienmodellen, über neuere Modelle der
Marke OPEL, Oldtimer (so wie wir ASCler sie lieben) der
verschiedenen Altersklassen und selbstverständlich ein OPEL
Patent-Motorwagen System LUTZMANN. Highlight natürlich die
OPEL RAK Fahrzeuge bzw. das Flugzeug welche als historisch
getreue Repliken zu bewundern waren. Selbst Fahrzeuge der
Marke Saab waren in einem gesonderten Raum vertreten. Alle
Fahrzeuge präsentierten sich in den Lichtdurchfluteten Hallen
in einem makellosen, ja fast Klinischen reinen, Zustand. Man
wollte noch etwas verweilen und schauen, doch es wurde zur
Eile gedrängt. Wenn wir gewusst hätten welcher „Schatz“
uns eigentlich noch erwartete hätte wir dem Drängen sicher
etwas schneller nachgegeben.
Per Bustransfer wurden
wir direkt in das Werksgelände zur Restaurierungswerkstatt
befördert.

Fachmann SB J.Schramm begutachtet die mit Eis gestrahlte
Karosserie
Neben den
Vollrestaurierung werden hier ständig Fahrzeuge für den
Einsatz bei diversen Rallyes und Ausfahrten vorbeireitet.
Mittendrinnen steht beispielsweise der bereits für die
„Deutschland 2000km - 2005“ fertig vorbereitete und
beschriftete rote Kapitän. Weiter hinten in einer Ecke ein
teilzerlegtes London-Brighton Auto welches zum nächsten
Termin Einsatzbereit sein muss.
In einer anderen Ecke
sind neuere Rallye- und Rennboliden abgestellt. Aufkleber
zeugen von gnadenlosen Einsätzen und großen Namen welche auf
diesen Fahrzeugen Ihr Erfolge errungen hatten: Safari Rallye
1983 Ari Vatanen/Terry Harrymann oder direkt daneben der
Ascona 400 Weltmeisterschaftswagen 1982 von Walter Röhrl, um
nur einige zu nennen. Welch ein Gegensatz zu den Boliden oder
besser Monstern, der frühen OPEL Renngeschichte am anderen
Ende der Halle. Mitten zwischen Oldtimern welche früher das
Straßenbild bestimmten, der Einsitzige Diesel Rekordwagen
welcher 2 Welt- und insgesamt 18 Internationale Rekorde
errungen hatte.
Einblick in einen heute
nicht mehr populäre Sportart vermittelt eine Riemengetriebene
Stehermaschine, nebst den dazugehörigen Fahrrad aus der an
der Wand aufgehängten Fahrradsammlung. Selbstein so
„Automobilstisches“ Randgebiet wie Seifenkisten wird hier
gepflegt. Etliche Renner in den traditionellen OPEL Farben
warten auf Ihren nächsten „rasenden“ Einsatz.
Dabei immer wieder von
hohem Interesse die zahllosen Hintergrundinformationen welche Herr
Zettel uns über die Fahrzeuge zwanglos im herumschlendern
vermittelte. Nach seinem „Lieblingsauto“ befragt, deutet
er spontan auf einen schwarzen, reparaturbedürftigen,
staubigen OPEL 1,2Liter von 1935. Dieses Auto befindet sich in
den unrestaurierten Zustand wie es 1995 aus einer Scheune
Mitten in München geholt wurde. Das besondere an diesem Wagen
sind die Geschichten seines Autolebens. Alles, einfach alles
ist in dicken Ordner abgeheftet und vom Besitzer dokumentiert.
Jede Tankrechnung, jeder Reparatur, jeder Liter Öl, alles ist
heute noch vorhanden. Selbst Ausfahrten wurden vermerkt,
einschließlich der regelmäßig am 6. Januar stattgefundenen
Fahrt auf das Land und der kirchlichen Segnung des Autos. 1935
wurde dieser Wagen genau hier in der Eisenbahn Verladehalle
nach München verfrachtet, verblieb bis 1995 im Familienbesitz
und steht seitdem wieder am Ort seiner Auslieferung. Gefragt
ob dieser Wagen jemals restauriert werden würden antwortet
Herr Zettel spontan mit“...niemals, der bleibt wie er
ist“.
SB Frank Schädlich
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