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Kampf der Nationen, Revival
des Kaiserpreisrennens 1907 im Taunus
Kaum drei Jahre nach dem riesigen
Erfolg der Wiederauflage des Gordon Bennett Rennen richtet
Dieter Dressel erneut einen Megaevent der Messingära aus,
das Kaiserpreisrennen. Die von S.M. Kaiser Wilhelm II.
schmählich empfundene Deutschen Niederlage des Gordon
Bennett Rennens 1904, sollte mit dem Kaiserpreis 1907
korrigiert werden. Ein spezielles Reglement, eine
Nationenwertung, sollte die Ehre der Deutschen Automobil
Industrie wieder herstellen. Bei der 100 Jährigen
Jubiläumsfeier ging es dann auch weniger um Rennmeriten, als
um ein gesellschaftliches Ereignis rund um die Rennboliden.

Rückblick. In den Jahren nach den
großen Gordon Bennett Rennen, deren Serie 1905 endete,
beteiligte sich die Deutsche Automobilindustrie kaum am
internationalen Renngeschehen. Ein schwerer Fehler wie sich
erwies. Die in Deutschland hergestellten Fahrzeuge verlieren
mehr und mehr den Exportmarkt und was noch schlimmer war,
selbst im Reich dominiert die ausländische Konkurrenz. Die
Popularität einer Automarke war mit Rennerfolgen eng
verknüpft. Die Leistungsfähigkeit Deutscher Marken schienen
in den Augen des erlauchten Käuferkreises zu schwinden. In
den vornehmen Salons waren diese Fahrzeuge kein
Gesprächsthema mehr. Wer wollte denn schon einen Dürkopp,
Adler, Brennabor oder NAG fahren wenn diese keine Erfolge
vorzuweisen hatten? Da griff man doch lieber zu den
Siegreichen Italienischen oder gar Französischen Fahrzeugen.
Zur Berichtigung dieser misslichen Lage schrieb der
„Kaiserliche Automobil-Club“ und der „Verein Deutscher
Motorfahrzeug-Industrieller“ das „Kaiserpreis-Rennen“
aus.
Seine Majestät, Kaiser Wilhelm II.,
ein begeisterter Motorsportförderer, verlieh der
Veranstaltung mit der Stiftung von Ehrenpreisen den
notwendigen gesellschaftlichen Glanz. Das Konzept des
Wettbewerbs wurde auf Tourenwagen mit maximal 8 Litern
Hubraum ausgerichtet um möglichst viele deutsche Hersteller
an den Start zu bringen, um somit gleichzeitig die
Hubraumstärkeren Ausländischen Modelle von der Konkurrenz
fern zu halten. Das Reglement sah eine Nationenwertung vor.
Innerhalb derer konnte jede Fabrik drei Fahrzeuge melden.
Bei insgesamt 92 Meldungen wurden für Deutschland 32 Wagen
von 14 Fabrikaten gemeldet. Unterschieden wurden die
Nationen durch Nationalfarben. So kam England zu seiner noch
heute geläufigen Rennfarbe – grün, Frankreich – blau,
Italien rot und für Deutschland stand die Farbe weiß. Heute
längst vergessene Farbe, Österreich mit schwarz/gelb und die
Schweiz mit rot/gelb. Die drei Wagen eines Herstellers
wurden durch die Buchstaben A, B und C unterschieden. Der
große Tag konnte kommen.
Ganz so genau wie vor 100 Jahren der
„Kaiserliche Automobil-Club“ wollte es das
Kaiserpreis-Komitee um Initiator Dieter Dressel bei der
Wiederauflage des Kaiserpreis Rennens 2007 denn doch nicht
nehmen. Zugelassen waren Fahrzeuge bis zum Baujahr 1925.
Gewertet wurde wie genau vor 100 Jahren nach
Herstellerländern unterteilt in zwei Klassen bis 1907 und
1908-1925. Immerhin 44 Fahrzeuge der Messingklasse folgten
dem Ruf in den Taunus. Schwerpunkt, wie zu Kaisers Zeiten,
lag auf deutschen Fahrzeugen, vorrangig Opel und Mercedes.
Wenn nur diese Fahrzeuge ihre Lebensgeschichte erzählen
könnten. Wie beispielsweise der von John Bentley
vorgestellte Opel Rennwagen. Dieser wurde 1914 vom Opel
Starfahrer Carl Jörns auf den 10. Platz des Grand Prix von
Frankreich pilotiert. Ein weiterer der drei Opel Grand Prix
Fahrzeuge wurde von Richard Wiens an den Start gebracht.
Dieser Wagen verblieb als Kriegsbeute bei Ausbruch des
Ersten Weltkrieges 1914 in England. Die Fahrer die am
Freitag noch trainiert hatten, konnten am folgenden Samstag
nur um Haaresbreite das Land verlassen. Die Rennwagen
mussten zurückbleiben.
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Eine einzigartige Leistung des
Veranstalters derartig seltene und hochkarätige Fahrzeuge in
einer Veranstaltung zusammenzuführen.
Mit liebevoll arrangierten, nach
Nationalitäten getrennten Fahrerlagern, wurde am
Freitagnachmittag in der Bad Homburger Fußgängerzone der
Geist des 100 Jährigen Jubiläums heraufbeschworen. Die
Teilnehmer hatten als „Training“ bereits eine Ausfahrt durch
den Taunus, mit Mittagspause im Hessenpark, hinter sich.
Getreu des Kaiserpreises vom 13. Juni 1907, damals
entschieden Qualifikationsläufe über die begehrten 40
Startplätze. Strohballen, Plakate, speziell geschmückten
Sitzecken für die Teams, Akkordeonspiel und Grammophonmusik
unterstreichen die nostalgische Atmosphäre. Der Kaiser und
sein Gefolge (dargestellt von Schauspielern) flanieren
vorüber. Malerisch bewachen zwei Labrador Retriever „Ihren“
Packard, schließlich fahren Sie die gesamte Rallye auch mit!
Gegensätze prallen hier aufeinander wie sie nicht größer
sein könnten, hier Bistrotische, Schuhauslagen,
Sonderangebote der Kaufhäuser, dort historische Fahrzeuge
welche so manches Museum Händeringend in seinen Fundus
aufnehmen würde.
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Leider zeichnet sich auch der erste
Totalausfall ab. Der Renault BZ, Baujahr 1910 und seit dem
1. Tag in Familienbesitz, von Michael von Loebbecke bereitet
Schwierigkeiten. Selbst ein dreistündiger Nachteinsatz vom
technischen Service, geleitet von Robert Schramm, mit
ständigem „anschieben“ auf dem Bremsenprüfstand, konnte
einen Start am folgenden Tag nicht realisieren. Wiederum
anderen Teilnehmer konnte im Vorfeld vom Schrauberteam
geholfen werden. So wurde an einem der Opel Rennwagen ein
abgebrochener Schaltknüppel genauso gerichtet, wie ein
vollkommen zerstörtes Radlager am Trailer eines Schwedischen
Teilnehmers. Dem, neben dem Radlager des Autotransporters,
auch noch Getriebeprobleme seines Rennfahrzeuges quälten.
„Tuff luck“ wie Fahrer Olsson versöhnlich bemerkte. Mit
derartigen Unpässlichkeiten muss man als Besitzer eines
Dinosauriers der Automobilgeschichte hin und wieder rechnen.
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Höhepunkt des ersten Tages stellt das
Verwiegen der Fahrzeuge dar. Ebenfalls entlehnt dem
originalen Reglement welches ein Minimalgewicht von 1175kg
vorsah. Wie immer souverän moderierte Johannes Hübner vom
AvD die dazugehörige Vorstellung der Fahrzeuge vor dem
Kurhaus. Gewürzt mit interessanten Hintergrundgeschichten zu
Fahrern und Fahrzeugen. Wie die von Arturo Keller aus Mexiko
City der mit seinem Berliet (1903) garantiert die weiteste
Anreise für sich verbuchen konnte. Am nächsten Tag musste
Arturo Keller seiner Frau Deborah, auf Grund eines
geschwollenen Knies durch zu heftiges Gasgeben bei den
Trainingsfahrten, den Platz am Lenkrad überlassen.
Interessant auch zu hören wie am Mercedes Kettenwagen (1909)
von Klaus Schildbach früher drei Mann, mittels einer
Verlängerung, den gewaltigen 13,6 Liter Motor angelassen
haben. Nun, heute verrichtet ein Anlasser zuverlässig seinen
Dienst. Wer hat auch schon ständig drei Monteure zur Hand?
Das Publikumsinteresse reichte zwar bei
weitem nicht an die Hunderttausende heran welche 1907 die
Strassen und Plätze füllten, aber es war schon schwierig bei
dem derartig großen Andrang einen Blick auf die Fahrzeuge zu
werfen. Einen musikalischen Tupfer liefert Starttenor
Manfred Fink mit Akkordeonbegleitung und „O sole mio“
schmetternd im Fond eines Packard Single Type Six 133.
Rückblick. Am 14. Juni 1907, einem
Freitag starteten um 6 Uhr in der Frühe die Rennfahrzeuge.
Ein ungeheueres Gedränge herrschte am Rande der 118 km
langen Taunusrundstrecke. Drei Mal musste die Distanz von
den Fahrern bewältigt werden. Wie 1904 zum Gordon Bennet
Rennen eine Streckenführung mit Weilburg als Scheitelpunkt.
Zur Vermeidung des langen Anstieges zur Saalburg befuhr man
die Strecke in umgekehrter Richtung, also im Uhrzeigersinn.
Start und Ziel am Kloster Thorn. Das Wetter zeigte sich im
Gegensatz zu den Ausscheidungsrennen langsam wieder von
seiner besseren Seite. Nachteilig für die Fahrer die jetzt
wieder von den staubenden Straßen behindert wurden. Das
vorherige besprühen der gesamten Rennstrecke mit Westrumit,
einer ölartigen Verbindung zum binden des Staubes, half da
nur bedingt. Manch einer der Fahrer kämpfte mit
Augenproblemen hervorgerufen durch das schmierige Material.
S.M., der Kaiser, verfolgte von seiner Loge interessiert das
Rennen vom Anbeginn. Besser Betuchte leisteten sich einen
der 2500 Tribünenplätze für den fürstlichen Preis von 40
Mark. Ein Vermögen, wenn man dieses mit einem
Arbeiterwochenlohn vergleicht. Das gemeine Volk verfolgte
das Renngeschehen hinter den eigens errichteten niedrigen
Holzäunen.
Erste Reparaturen und Ausfälle
dezimierten das Feld. Willy Pöge auf einem Wagen der
Daimler-Motorengesellschaft Untertürckheim musste wegen
eines Vergaserdefektes ausscheiden, Chevalier Florio auf
einem Darracq mit defektem Zylinder erging es ebenfalls
nicht besser. Leck geschlagene Kühler durch Steinschlag,
Reifenpannen, Kollisionen und Unfälle taten ihr übriges.
Über fünf Stunden sollte der Kampf der Nationen andauern.

So
hart wollten es die Teilnehmer 100 Jahre später am
Hauptrenntag doch nicht angehen lassen. Ankommen war das
wichtigste. Nebenbei waren zwei Zeitmessungen mit
Messschläuchen zu absolvieren und Durchfahrtskontrollen
anzufahren. Ein wenig „Kampf“ sollte es doch sein,
schließlich galt es die Ehre der Deutschen Automarken, wenn
auch verspätet, wieder herzustellen! Dr. Scheffler,
Präsident der Landesgruppe Hessen des ASC, schickte die
Teams unter großem Andrang auf die Strecke. Hier, wie auch
an allen Abschnitten der Streckenführung übertraf die
Resonanz des Publikums, die wohl in die Tausende ging, bei
weitem die Erwartungen des Veranstalters. Erstaunlich in
einer Zeit, wo vieler Orts Oldtimer ausgegrenzt werden. Umso
wichtiger sind derartige Veranstaltungen welche einem
breiten interessierten Kreis die Ursprünge des
Automobilbaues greifbar nahe bringen.
Die Strecke führte vom Start am Kloster
Thron nach Kronberg, Königstein, Freienfels zur Mittagsrast,
über Weilburg, Usingen, nach Bad Homburg. Immer wieder
hatten sich örtliche Organisatoren an Durchfahrtspunkten
etwas besonderes einfallen lassen. So auch in Weilburg. Hier
erfolgte die Begrüßung der Teams durch einen
Stadtverordneten in allen Sprachen. Klaus Schildbach als
Berliner ließ es sich nicht nehmen darauf hinzuweisen das
„Berlinerisch“ wohl fehlen würde. Zur Erheiterung der
Zuschauer bekam er auch diese „Sprache“ präsentiert.
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Vieles ist am Rande zu sehen. So konnte
man beobachten wie vermeintliche Konkurrenten das Ganze doch
eher im freundschaftlich, sportiven Sinne angehen. Der Opel
Rennwagen (1914) pilotiert von Karl Wiens diente als
Anschlepphilfe für einen Mercedes Simplex welcher, zur
Freude des Publikums, hustend seinen Dienst wieder aufnahm.
Hermann Leyher, Chef des Automobilmuseums Sinsheim, wird mit
seinem Mercedes Simplex 35hp von einem klassischen Defekt
der frühen Automobilisten ereilt, ein Reifenschaden. Kein
Thema für das Team, dann eben Reifenwechsel nach guter alter
Autler Art. Moniereisen und Krafteinsatz lösen das Problem.
Einen weiteren Höhepunkt stellte die
Ortsdurchfahrt auf dem Schlossplatz in Usingen für die Teams
dar. Hier wurde der Weg gesäumt von historischen Bildern der
Veranstaltung 1907. Es herrschte ein derartiges Gedränge das
die Fahrzeuge große Mühe hatten den Standort für die
Kaffeepause auszumachen. Hilfreich, die teilweise
Kutschenartig hohe Sitzposition der Renner.

Dr. Dieter Zetsche wird es gefallen
haben. Der Vorstandsvorsitzende der DaimerChrysler AG ging
stilecht mit einem Mercedes Simplex 28/32, einer Maybach
Konstruktion, an den Start. Seine mitgereisten Mechaniker
ließen schelmisch verlauten dass er vorher noch einige
„Fahrstunden“ erhalten habe, da er ein derartiges Fahrzeug
das erste Mal fahren würde. Ein wenig „krachen“ ließ Dr.
Zetsche die Schaltung doch schon. Auch Politprominenz, wie
Bad Homburger Oberbürgermeisterin Frau Dr. Jungherr ließ es
sich nicht nehmen als Gast teilzunehmen. Chauffiert in einem
Mercedes 37/70, einem „Kaiserwagen“, von Walter Wohlfahrt.
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Kein Totalausfall, sondern eine
Zitterpartie war die Fahrt der in Oldtimerkreisen als
furchtlose Rennamazone berühmten Heidi Hetzer. An Ihrem Opel
Sport 2-Sitzer von 1911 brach in schöner Regelmäßigkeit eine
Schraube am Antriebstrang. Selbst für die hart gesottene
Schrauber der Service Mannschaft ist es eine besondere
Herausforderung am Samstagnachmittag mitten in der
Hessischen Provinz eine passende, hochvergütete Schraube
aufzutreiben. Bravorös und mit einiger Detektivarbeit wurde
diese Aufgabe gelöst. Als Retter in der Not erwiesen sich
offen stehende Garagentüren am Wegesrand. Mit Einverständnis
und unter Kopfschütteln der Eigentümer wurden Kisten und
Kästen nach passenden alten Schrauben durchwühlt. So wurde
die historische Feuerwehr des Kaiserpreis Service ein
ständiger Begleiter der Rennfahrerin aus Berlin und konnte
immerhin dreimal schnelle Hilfe leisten. Die letzte Schraube
hielt 100km bis zum Ziel, dem Landgrafenschloss in Bad
Homburg.
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Rückblick. Die Finale Runde des
Rennens war eingeläutet. Felice Nazzaro auf Fiat liegt an
der Spitze. Aufregung ergreift das Publikum. Der Kaiser
ernüchtert, kein Deutsches Fahrzeug wird den Sieg erringen.
Als Sieger des großen Kaiserpreises, eine vom Kaiser
entworfener, vergoldeter Silberpokal wird an einen in der
Nationalfarbe rot lackiert Fiat gehen. Sieger nach 5
Stunden, 34 Minuten und 26 Sekunden ist Felice Nazzaro.
Gefolgt in 5 Minuten Abstand vom Belgier Lucien Hautvast auf
einem Pipe Wagen. Die eigentliche Sensation des Tages und
umjubelter Held ist der Deutsche Carl Jörns mit einem Opel
Rennwagen auf dem 3. Platz. Mit nur 5 Sekunden hinter dem
Belgier. Der hoch gehandelte Favorit Camille Jenatzy landete
abgeschlagen mit seinem Mercedes auf dem 14. Platz.
Lediglich 21 der gestarteten 39 Rennwagen erreichten das
Ziel. Aus der Hand des Kaisers empfängt Carl Jörns die
Siegestrophäre, eine riesige Porzellanvase, speziell
hergestellt in einer Berliner Pozellanmanufaktur.
Auch wenn Deutschland nicht den
Sieger des Kaiserpreises stellte, so hatten die Deutschen
Wagen in der Gesamtbewertung als Beste abgeschnitten. Opel
konnte in den folgenden Jahren seinen Ruf als hervorragender
Automobil Hersteller festigen. Wurde sogar Hoflieferant. Der
Kaiser fuhr ab diesem Zeitpunkt Opel-Motorwagen. Opel, wie
auch die anderen teilnehmenden Deutschen Marken konnten in
der Folge des Kaiserpreisrennen gewaltige Verkaufserfolge
verbuchen.
Im Innenhof des Landgrafenschlosses,
welches immer noch die unveränderten Privaträume des Kaisers
samt originalen Mobilares beherbergt, werden die Motoren
endgültig abgestellt. Jazzklänge erleichtern das
Zurückfinden zur normalen Hörfähigkeit der Fahrer und
Beifahrer. Ein Glas Sekt löst die aufgebaute Spannung. Ein
Galaabend rundete diesen erlebnisreichen Tag ab.
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Sonntag, Tag des
Concours d' Elégance. Bei prächtigem Wetter entsteht
in kürzester Zeit ein ungeahnter Publikumsandrang.
Schauplatz, die historische Brunnenallee des Kurparks. Erst
nach und nach treffen die Fahrzeuge ein. Was auf Strassen
durchaus noch nach einfacher Handhabung der Boliden aussah,
hier zwischen den dicht stehenden Zuschauern bedarf es schon
einiger Kraft und Geschicklichkeit die Automobile sicher auf
den vorgesehenen Platz abzustellen. Im seltsamen Kontrast
dazu die Ruhe des mitten im Kurpark, direkt an der
Brunnenallee gelegenen Golfplatzes. Tausende von Zuschauern
flanierten an den aufgereihten Wagen vorüber.
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Noch einmal hat man Gelegenheit sich
mit Fahrern im lockeren Gespräch zu unterhalten und die
Fahrzeuge aus nächster Nähe zu betrachten. Ein Gewinnspiel
soll das Lieblingsfahrzeug des Publikums ermitteln. Der
Zuschauerpreis geht an den Mercedes Knight 16/45 (1912) von
Heinrich Brühne. Das Fahrzeug hatte für eine kurze
Wegesstrecke sogar die älteste Teilnehmerin als Gast im
Fond, welche mit 96 Jahren das Alter des Fahrzeuges noch
überstieg!
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Malte Jürgens, seines Zeichens
Chefredakteur der Motor Klassik, fuhr das gesamt Rennen auf
einen vom Museum Sinsheim gestellten gewaltigen 9,5 Liter
Simplex La France (1905) mit. Dieses Auto bestritt 1997 die
Rallye Peking-Paris. Malte Jürgens meinte zu seinem Einsatz
das fahren mit diesen Fahrzeugen „zwar in die Knochen geht“
aber andererseits „Motorsport nur Spaß macht wenn man selbst
dabei ist“. Wir können auf seinen authentischen Fahrbericht
in der nächsten Motor Klassik gespannt sein!
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Heimlicher Sieger und sicher ganz im
Sinne von Felice Nazzaro, waren David Biggins und
Beifahrerin Amanda de Saws mit Ihrem Nazzaro Corza Targa
Florio, Baujahr 1913. Dieser von Felice Nazzaro konstruierte
Rennwagen ist der Einzige noch erhaltene. Das immer zu einem
Scherz bereite Paar hatte die Strecke England - Bad Homburg
mit diesem Wagen in 2 ½ Tagen auf eigener Achse bewältigt.
Ohne Windschutzscheibe und sonstigen Wetterschutz ein reife
Leistung. Zum Gepäcktransport diente eine aufgeschnallte
Blechkiste. Befragt nach einem Kosmetikköfferchen meinte die
Beifahrerin launig: „der Fahrtwind würde dieses unnötig
machen…“. Genug Härte? Nein, um dem Ganzen noch die Krone
aufzusetzen wird selbstverständlich noch auf Hin- und
Rückfahrt gezeltet! Ob ein derartiger Einsatz von der
„Generation Windschott“ je verstanden wird?
Dann endlich gegen 13:00 fuhren die
Fahrzeuge im Kurpark auf einem roten Teppich zur
Siegerehrung vor. Eloquent moderiert durch Ulf von Malberg
überreichte Dieter Dressel die eigens hergestellten
Siegestrophäen. Durch den hohen Publikumsandrang war es
einigen Fahrzeugen kaum möglich rechtzeitig zur Ehrung
vorzufahren. Die spannend erwartete Frage wer denn nun bei
dem Kaiserpreis Rennen 2007 gewonnen hat kann man nur so
beantworten, eigentlich Alle. Die Teilnehmer, die Sponsoren,
das Organisatorenteam, die Zuschauer dieses einmaligen
Events und die betagten Automobile natürlich welche noch
einmal Ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen durften.
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Als Sieger des Concours d' Elégance
stellte sich der Opel Grand Prix 1914 Rennenwagen von John
Bentley den Zuschauern vor. Der Siegespreis für das
Stilvollste Team ging an den Packard Single Type Six 133 von
Antje Willems-Stickel mit seinen beiden Mitfahrern den
Labrador Retrievern. Ein interessanter Gegensatz, da dieser
gleichzeitig Ausrichter der beliebten Youngtimer Rallye
Creme 21 ist. Hermann Leyher konnte mit seinem Simlex von
1906 den Preis für die Innovativste Technik des
Kaiserpreises 2007 einstreichen.
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Einen Verlierer gab es aber doch noch,
S.M. der Kaiser konnte auch nach 100 Jahren erneut keinen
Deutschen Sieg verzeichnen. So wirklich wichtig war Wilhems
Revanche aber auch nicht mehr.
Im Jahr 1907 hatte Felice Nazzaro auf Fiat nach mehr als 5
Stunden hartem Kampf die Siegertrophäe erringen können.
Hundert Jahre später ging als Bester der Siegernationen
Großbritannien/USA Thomas Feierabend mit seinem Bentley
3-Liter-Tourer (1922) hervor. Thomas Feierabend ließ es sich
nicht nehmen den von der Höchster Porzellan-Manufaktur in
Handarbeit hergestellten Pokal in bester Rennfahrermanier
stehend im Wagen dem Publikum zu präsentieren.
So können wir feststellen dass sich
Geschichte selbst beim besten Wissen und hohem Einsatz eben
doch nicht korrigieren lässt.
Fotos: Dr.Ralph
Scheffler/Frank Schädlich. Text: Frank Schädlich
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