Landesgruppe Hessen
   
   
 
 
 

100 Jahre Allgemeiner Schnauferl-Club (ASC)
FIVA-World-Rallye 2000
XLV. Internationale Deutsche Schnauferlrallye des ASC

 

 
 
 

 

Im Jahr 2000 feierte der Allgemeine Schnauferlclub (ASC) als ältester, ständig bestehender Automobilclub sein 100-jähriges Bestehen. Dazu sollte die traditionelle „XLV. Internationale Deutsche Schnauferlrallye“ in einer besonderen Art als Jubiläumsveranstaltung durchgeführt werden. Diesem Fest zu Ehren, wurde zudem die jedes Jahr in einem anderen Land stattfindende FIVA-Worldrallye diesem Ereignis angegliedert.

1997 hatte der damalige Gesamtpräsident des ASC, ESB Berthold Rückwarth, in einer Sitzung des erweiterten Präsidiums vorgeschlagen, diese Rallye als Sternfahrt durchzuführen. Nach Abstimmung im Präsidium wurde mit der ehrenvollen Aufgabe der Durchführung dieses Jahrhundertereignisses die Landesgruppe Hessen im ASC beauftragt. 

Sofort nach dieser Entscheidung und nach Zustimmung im Hessen-Vorstand wurde in der LG Hessen ein Organisationsteam aufgestellt und ein Gesamtkonzept der Rallye erarbeitet. Die Angliederung der FIVA-Worldrallye an unsere sonst stets 3 Tage laufende ASC-Rallye erforderte eine 1-wöchige Veranstaltungslänge.

Die LG Hessen entwickelte folgenden Plan einer Sternfahrt:

a) gestartet werden soll die Rallye von den Teilnehmern in 5 frei wählbaren Startorten, diese sollen sein Hamburg - Berlin - München - Stuttgart - Köln 

b) von diesen Startorten wird jeweils in einer 3-tägigen Tour Bad Homburg angefahren

c) ab Bad Homburg fährt das vereinte Teilnehmerfeld nochmals 3 Tage durch das Hessenland (Wetterau - Taunus - Rheingau)

d) Zieleinlauf der gesamten Rallye soll am Samstag in Wiesbaden sein, damit verbunden auch ein Hotel-Umzug der gesamten Rallye

e) in Wiesbaden findet der Galaabend im Kurhaus statt

f) die Anzahl der Oldtimer soll maximal 200 betragen

Als Schirmherr der Veranstaltung sollte versucht werden, Bundeskanzler Gerhard Schröder zu gewinnen. Dies konnte nach verschiedenen Briefwechsel tatsächlich erreicht werden. Ein Anfang war gemacht. 

Um dieses Mammutprogramm realisieren zu können, bedurfte es erheblicher finanzieller Unterstützung, immerhin wurde ein Rekord-Rallye-Etat von ca. 1,3 Millionen DM veranschlagt. Die sehr aufwendige und spannende Suche nach Sponsoren begann. Viele Firmen und auch der Automobilverband wurden in den folgenden 2 Jahren aufgesucht. Dank der ausgezeichneten Verbindung unseres jetzigen ASC-Präsidenten SB Dieter Herrmann zum Hause Daimler-Chrysler, konnte in Gesprächen in Stuttgart Mercedes-Benz, hier besonders Max von Pein, vom einmaligen Konzept dieser Veranstaltung überzeugt werden. Sie übernahmen die finanzielle Hauptlast des Sponsorings mit der Übernahme des großen Galaabends in Wiesbaden mit ca. 1100 Personen. Ich erinnere mich noch gut, wie wir sichtlich erleichtert von Stuttgart nach Hause fuhren, zumal in der Zwischenzeit bereits die Maschinerie der Organisation auf vollen Touren lief.

Ein Zurück gab es nicht mehr und ein gewaltiger Berg finanzieller Verpflichtungen erwartete uns. Glücklicherweise beteiligten sich weitere Firmen wie

1. Mannesmann-Sachs (finanziell, Mittagspause der Münchner Sternfahrt)

2. Dunlop (übernahmen eine stimmungsvolle, rustikale Abendveranstaltung auf

der Saalburg für ca. 500 Personen)

3. Kamei (finanzielle Unterstützung und vielseitiger Ideenträger zur Rallye durch Firmeneigner SB Uwe Meier-Andrae)

4. Audemars Piguet (übernahm eine aufwendig inszenierte Mittagsveranstaltung im Kloster Eberbach für ca. 500 Personen)

5. ADAC (deutschlandweite Pannenhilfe der Sternfahrt)

6. American Express (finanziell) 

Das Konzept sah vor, von den 5 einzelnen Startorten jeweils maximal 40 Fahrzeuge starten zu lassen. Dazu konnten die zu den jeweiligen Startorten zugehörigen Landesgruppen begeistert und verpflichtet werden, die 3-tägigen Anreisetouren nach Bad Homburg zu organisieren. Dazu gab die LG Hessen entsprechend einzuhaltende Eckdaten, wie z.B. Etats für Hotelkosten, Abendveranstaltungen, vergleichbare Sonderprüfungen für die Wertung u.s.w. vor, es mussten bestimmte Ausgaben streng eingehalten werden, zu schnell konnte sonst die Finanzierung aus dem Ruder laufen. Alle beteiligten Landesgruppen (LG Hansestädte, LG Berlin, LG Südbayern, LG Tradition, LG Rheinland) hielten sich exakt an die Vorgaben und organisierten wunderschöne 3-tägige Anfahrten nach Bad Homburg. Jede der 5 Sternfahrten hatte ein individuelles Programm erarbeitet, und wie sich später bei der Vereinigung aller Teilnehmer in Bad Homburg zeigte, wusste jeder begeistert von seiner Sternfahrt zu berichten.

In Hessen selbst liefen die Vorbereitungen seit 1997 auf Hochtouren. Hotels entsprechender Größe in Bad Homburg und Wiesbaden wurden gebucht (für jeweils ca. 500 Personen), Tagestouren wurden ausgearbeitet (SB Ruschmann, Wolf und Ackermann), Mittagspausen geplant, Abendveranstaltungen arrangiert, Finanzierungspläne (SB Dr. Putsch) entworfen, Drucksachen (SB Peter Godehardt) erarbeitet (Rallyelogo, Vorankündigungen, Ausschreibungen, Einladungen, Programmhefte, Plakate, Plaketten e.t.c.), das auf Grund der Sternfahrt sehr komplizierte Genehmigungsverfahren (SB Hepp) durchgezogen, bundesweit einheitliche Helferkleidung ausgesucht und eingekauft, und immer wieder unzählige Gespräche mit Ausschüssen und beteiligten Landesgruppen geführt. Dazu gehörten Regelungen des Gepäckservice, des Umweltschutzes, der Pannenhilfe (SB R. Schramm), des FIVA-Stewarts, der Presse (SB Schädlich und SB Göhr), der Streckensprecher (Ulf von Malberg, Joachim Hübner), der bewachten Parkplätze, der Bustransfers, der techn. Abnahmen der Oldtimer in den Startorten u.s.w..  

Dank des großen Engagements der Helfer der LG Hessen und der beteiligten Landesgruppen (weit über 100 Helfer) konnte letztendlich der Start der Rallye am 29.5.2000 in den 5 Städten durchgeführt werden. Die Attraktivität dieser Rallye bestand besonders darin, dass überschaubare Teilnehmerfelder (je max. 40 Oldtimer) von den einzelnen Startorten 3 Tage durch interessante Gebiete Deutschlands fuhren. 

Das Eintreffen aller Oldtimer in Bad Homburg bei Mercedes Dr. Vogler war von Begeisterung geprägt, alle hatten von ihrer Tour etwas zu erzählen. In den folgenden Tagen lernten die Teilnehmer zuerst die Wetterau mit ihrer wunderschönen mittelalterlichen Stadt Büdingen (Mittag im Schloß) kennen, dann den Taunus mit Weilburg (Mittag) und zuletzt Rheinhessen mit dem von der Uhrenfabrik AUDEMARS-PIGUET gesponsorten, stimmungsvollen Mittagessen im Kloster Eberbach. Das Ziel der Rallye war in Wiesbaden. Vor dem Kurhaus vereinigten sich die FIVAWorldrallye mit der gleichzeitig stattfindenden lokalen Traditionsrallye „Internationale Oldtimerrallye Wiesbaden“. Für die Zuschauer in der abgesperrten Innenstadt ein großes Spektakel mit zusammen ca. 400 Oldtimer.

Höhepunkt der Veranstaltung war dann der von Daimler-Chrysler finanzierte Galaabend im Wiesbadener Kurhaus mit ca. 1100 Gästen. Allein die von Ruth Scheffler vorgenommene Tischordnung dazu war ein Puzzle-Spiel sondersgleichen. Den Festvortrag hielt Dr. Zetsche, Vorstand der Daimler-Chrysler AG. Alle verbrachten einen wunderschönen Festabend im stilvollen Ambiente, der den hochgesteckten Zielen des ASC sicherlich gerecht wurde. Mit der Siegerehrung und besonders der Bekanntgabe des Gesamtsiegers, Antonio Barbato aus Italien auf Lancia, fand der Abend seinen Höhepunkt.

Am Sonntag fand dann nochmals im Kurpark ein Concours d´élégance statt. Die Wiesbadener Bevölkerung konnte per Stimmzettel den schönsten Oldtimer wählen. Zeitgleich konnte eine Abordnung von 10 Oldtimern in der Lifesendung „Fernsehgarten“ des ZDF in Mainz auftreten und den ASC dem Publikum bundesweit näherbringen.

Wie aus vielen Anrufen und Dankesschreiben von Teilnehmern und auch Zuschauern zu entnehmen war, gelang unserer Landesgruppe im Verbund mit den 5 beteiligten Sternfahrt-LG eine herrliche Veranstaltung, die in dieser komplexen Form wahrscheinlich nicht nochmals durchgeführt werden wird.

Für uns besonders erwähnenswert war es, dass der beträchtliche Gesamtetat stets eingehalten wurde und eine Nachfinanzierung nie im Raum stand. Als krönenden Abschluß der Rallye hat jeder Teilnehmer und auch Helfer nach ca. 4 Monaten kostenlos ein reich bebildertes Buch über diese Rallye erhalten, in dem sich alle Teilnehmer irgendwo auf Abbildungen wiederentdeckten. Die Bilder für dieses Buch stammten vorwiegend aus dem ausgeschriebenen Fotowettbewerb, an dem sich alle Teilnehmer und auch Zuschauer beteiligen konnten. Immerhin gewann die Siegerin des Wettbewerbes (Wiebke Wiesmaier) eine Fotoausrüstung im Wert von 2000,- DM. Mit diesem Buch wurde nochmals der Jubiläumsveranstaltung gedacht, ein schönes Erinnerungsstück für alle Beteiligten, in dem besonders nach Jahren gerne wieder geblättert wird.

Ich möchte mich nochmals bei allen Sponsoren, Helfern und auch Teilnehmern für die ausgezeichnete Zusammenarbeit herzlich bedanken. Wir waren über ca. 3 Jahre ein ausgezeichnetes Team. 

Wir können stolz auf das Jahr 2000 zurückblicken. 

Dr. Ralph Scheffler